Du hast von Familienaufstellungen gehört und fragst dich, ob das auch für dich interessant sein könnte?
Es gibt unterschiedliche Ansätze von Familienaufstellungen, daher möchte ich dir erzählen, mit welcher Haltung ich an das Thema gehe, damit du entscheiden kannst, ob du mit mir zusammen arbeiten möchtest.
Es gibt zahlreiche mögliche Fragestellungen, die kann ich nicht alle vorhersehen. Ich kann dir lediglich Anregungen geben, deine eigene Frage zu finden. Und es genügt, wenn du eine grobe Idee hast, den Rest besprechen wir gemeinsam.
Wenn du unsicher bist, ob ich die passende Person für dein Anliegen bin, lerne mich zuerst kennen. In einem unverbindlichen Telefonat, in meinen Blogtexten hier oder über Social Media. Komm zu meiner MittwochMorgenMotivation oder nimm zuerst als Repräsentant*in an einer Aufstellung teil.
Ich arbeite immer individuell und orientiere mich an deinem Anliegen. Daher ist für mich immer die Frage „Was brauchst du?“ zentral.
Was ist eine (Familien)-aufstellung?
Mein Verständnis einer systemischen Aufstellung ist das Sichtbarmachen von Beziehungen und Verstrickungen. Dazu wird wahlweise mit Materialien, wie Figürchen, Karten, einem Systembrett oder lebendigen Menschen gearbeitet. Die Arbeit mit Materialien oder einem Systembrett kann auch online stattfinden.
Es ist üblicherweise eine Person, die ihr Bild aufstellt, so wie diese es wahrnimmt. Die lebendigen Menschen fungieren als Repräsentant*innen und werden so positioniert, wie es für die aufstellende Person stimmig erscheint. Der Vorteil von Menschen als „Material“ ist, dass diese eine Rückmeldung geben können, wie es sich anfühlt, Teil dieses Bildes zu sein. Sie werden nach ihrer Körperwahrnehmung gefragt und beschreiben, welche anderen Positionen sie wahrnehmen können. Und sie können Impulse haben, wie sie dieses Bild gerne verändern würden, damit es sich für sie angenehmer anfühlt.
Meine Haltung
Für mich ist Aufstellungsarbeit eine Möglichkeit der Sichtbarmachung von Beziehungsmustern. Es ist eine Chance, neue Ideen zu generieren, das eigene Bild in Frage zu stellen und andere Perspektiven zuzulassen. Es geht mir nicht um die Suche nach einer absoluten Wahrheit.
Es geht um Wahrnehmung, der Suche nach Antworten, aber auch neuen Fragen. Es geht mir um Ideen.
Jede einzelne Aufstellung ist eine Momentaufnahme, sie repräsentiert das, was du aktuell wahrnimmst und empfindest.
Es könnte auch alles ganz anders sein, ist eine hilfreiche systemische Idee, die uns ermöglicht im Spiel mit den Perspektiven, neue Ideen entstehen zu lassen. So auch neue Möglichkeiten etwas zu verändern. Für Veränderungen reichen manchmal kleine Impulse und du entscheidest, welche du für dich mitnimmst.
Wie läuft eine Familienaufstellung bei mir ab?
Jede Aufstellung ist individuell. Ich orientiere mich an einem groben Schema, vom dem ich abweiche, wenn es das Anliegen erfordert. Die Beschreibung bezieht sich auf eine Aufstellung mit Menschen als Repräsentant*innen.
- Auftragsklärung – Gemeinsam sprechen wir über dein Anliegen, finden die Fragestellung mit der wir in die Aufstellung gehen. Auch wenn es ein Vorgespräch geben sollte, sprechen wir am Tag der Aufstellung noch einmal kurz über das Anliegen.
- Auswahl der Repräsentant*innen, inklusive einer Person für dich selbst
- Du stellst das Bild mit den „lebendigen Figuren“
- Wahrnehmen des Bildes und hören der Repräsentant*innen- wie geht es ihnen auf dieser Position, was nehmen sie wahr?
- Veränderungsimpulse erfragen
- Es entsteht möglicherweise ein zweites Bild, eine Art „Lösungsbild“
- Entrollen der Repräsentant*innen
- Kurzer Abschluss
Während des Prozesses sind wir eng im Kontakt. Was ist anschlussfähig für dich ist und was brauchst du gerade?
Du hast die Möglichkeit, dich selbst auf deinen eigenen Platz zu stellen. Dabei wechselst du aus der Außen- in die Innenperspektive. Du kannst deine eigene Wahrnehmung abgleichen mit der Person, die deine Rolle eingenommen hat. Eventuell kann es auch spannend sein, mal in andere Positionen hineinzugehen. Ebenso wertvoll kann es sein, mehr Abstand vom Bild zu bekommen und sich dieses aus verschiedenen Außenpositionen anzusehen.
Die Zeit ist begrenzt und das ist gut so. Eine Aufstellung kann emotional und körperlich sehr anstrengend sein, sowohl für dich, als auch für diejenigen, die sich als Repräsentant*innen zur Verfügung stellen.
Nicht immer kommt es zu einem zufriedenstellenden Lösungsbild. Oft bleibt eine Irritation und aus der systemischen Perspektive sind Irritationen etwas Gutes.
Dein bisheriges Bild ist aufgerüttelt. Du kannst neue Fragen stellen, in neue Richtungen denken. Ebenso neue Ideen entwickeln, was du als nächstes tun möchtest. Eventuell wirst du auch gar nichts tun, das Bild wird weiter in dir nachwirken.
Abgrenzung
Es geht mir in der Aufstellung nicht um eine Wahrheitsfindung. Was ist wirklich in der Vergangenheit passiert oder welche Wahrheit verbirgt sich im Beziehungsgeflecht, das wir uns ansehen?
Das sind für mich keine zielführenden Fragen. Wir führen auch keinen Gerichtsprozess durch, um eine Schuldfrage zu klären.
Wir veranstalten kein Schauspiel, in dem die einzelnen Figuren miteinander in Dialog treten. Die Idee mal einzelne Sätze laut auszusprechen, die gut tun könnten, mal aus dieser Rolle zu hören oder selbst auszusprechen, lehne ich nicht ab. Wenn es passt, können wir das gerne machen. Dann bleibt es so stehen. Dazu gebe ich allerdings keine Sätze vor. Es ist eine Möglichkeit.
Ich schließe mich der „Potsdamer Erklärung zur Aufstellunsgarbeit Bert Hellingers“ an, die seinen Beitrag zur Entwicklung der Methode würdigt und in eine klare Abgrenzung geht.
Ich begleite und moderiere eine Aufstellung und wir gestalten diesen Prozess immer gemeinsam. Dabei habe ich sowohl deine als auch die Grenzen der Belastbarkeit der Repräsentant*innen im Blick.
Mögliche Fragestellungen
Du wolltest schon immer mal deine Familie aufstellen? Das ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Damit du etwas daraus mitnehmen kannst, brauchen wir ein wenig mehr. Ein Anliegen, eine Fragestellung und das muss nicht viel sein.
Aus der Fragestellung ergibt sich, wer aufgestellt werden soll, denn es müssen nicht alle Personen sein, die zu einem System dazu gehören.
Bei meiner ersten eigenen Aufstellung stellte jemand fest, dass ich nahezu nur Frauen aufgestellt hatte. Das hatte ich nicht bewusst entschieden, gab mir aber noch mal einen wertvollen Hinweis.
Nimm die folgenden Liste als Anregungen und Orientierung, was möglich sein könnte. Du brauchst sie auch nicht als eindeutige Frage zu formulieren. Hilfreich wäre, wenn du in einigen Sätzen schildern kannst, was dich gerade beschäftigt.
- Wo ist mein Platz in dieser Familie?
- Wie kann es sein, dass ich mich so oft so fühle? (füge hier eine beliegbige Empfindung ein)
- Kann ich es wagen, meiner Familie etwas bestimmtes zu erzählen?
- Verständnis des Beziehungsgeflechtes. Wer steht wem nahe und interagiert mit wem?
- Wir können in der Familienaufstellung bestimmte Muster sichtbar werden lassen – Beziehungen und Interaktionen
- Der Fokus könnte auf bestimmten Themen liegen, wie z.B. Leistung, konkrete Werte, Lieblingskind, Konsumverhalten, Erkrankungen, Karrierethemen?
- Wir können uns einen konkreten Konflikt ansehen. Wie positionieren sich die einzelnen Personen zu diesem und wo liegen Chancen, diesen zu lösen?
- Vermächtnisse – manche „Aufgaben“ oder Erwartungen werden über Generationen weiter gegben. Woher kommen sie und geht es möglicherweise um etwas anderes? [Dieses Thema könnte eventuell wertvoll sein, vorab mit einem Genogramm zu bearbeiten, melde dich bei mir, falls deine Idee in eine solche Richtung geht]
- Tabuthemen
- Schuld oder Scham
- … und einiges mehr – diese Liste kann niemals vollständig sein
Falls du dein Anliegen hier gar nicht wieder findest, melde dich trotzdem bei mir und wir schauen, was sich daraus machen lässt.
Können ausschließlich Familien aufgestellt werden?
Keineswegs!
Dein Thema kann auch unabhängig von der Familie ein persönliches oder berufliches sein. Darüber schreibe ich noch einmal separat.
Auch innerhalb der Familienaufstellung können einzelne Repräsentant*innen für Werte, Gefühle, Themen oder auch Tiere besetzt werden. Es gibt viele Freiheiten in der Gestaltung.
Der Rahmen wird gesteckt durch dein Anliegen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen an Zeit, Raum, Personen und was allen Beteiligten zumutbar ist.
Bist du bereit?
Hier findest du die nächsten Termine und die Rahmenbedingungen.
Melde dich bei Fragen oder Unsicherheiten.
Ich freue mich auf dich und deine Geschichte!
Das könnte dich auch interessieren
Den Gedanken „Nicht schon wieder“ als Hinweis nutzen
Ist dir der Gedanke "Nicht schon wieder" vertraut? Was sind das für Situationen, in denen dir der Gedanke kommt? Keine erwünschten, nehme ich an, und deswegen befassen wir uns mal mit der Frage: Wie kann dieser Satz, ob gesprochen oder gedacht, zu einem nützlichen...
Depression ist Privatsache UND ein relevantes Thema für Unternehmen
Du musst deinem Chef nichts über deine Depression sagen, umgekehrt haben Unternehmen eine Fürsorgepflicht.
Mentale Gesundheit ist ein relevantes Thema in allen Lebensbereichen.
Hilfe, wie überlebe ich Weihnachten mit meiner Familie?
Alle Jahre wieder steht derselbe Familienwahnsinn an? Während viele kleine Kinder den Adventskalender Tag für Tag öffnen und sich auf das Weihnachtsfest und die Geschenke freuen, sehnst du die Zeit danach herbei? Nicht für alle ist Weihnachten ein fröhliches...



